Category: Arbeitsgerichte

20 Mai

Was darf ich wenn ich krankgeschrieben bin aber nicht bettlägerig?

Arbeitsgerichte by admin

Alles zur Frage, was man arbeitsrechtlich bei Krankheit darf

Diese Frage stellen sich immer wieder Arbeitnehmer, wenn sie bereits auf dem Weg der Besserung sind oder ein für sie wichtiges Ereignis während der Krankschreibung ansteht.

Befindet sich eine Person im Krankenstand, ist sie nicht arbeitsfähig, kann also nicht im vollen Umfang ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen.
Aber sie kann alles tun, was zur schnellen Genesung beträgt oder diese nicht gefährdet bzw. verzögert. Einkäufe gehören in jedem Fall dazu, denn ohne ausreichend Nahrung und einigen Medikamenten tragen Sie nicht zur Verbesserung des persönlichen Wohlbefindens bei. Auch kleine Spaziergänge an der frischen Luft sind im Rahmen des Möglichen.

Und sind Sie nicht gerade schwer erkältet und es bestünde die Gefahr der Ansteckung anderer Personen, spricht sicher auch nichts gegen einen Restaurant- oder Kinobesuch. Natürlich dürfte es sich von selbst erübrigen zu erwähnen, dass ein Abstecher zur Lieblingsraucherkneipe mit einer Bronchitis eher hinderlich für die Gesundung und damit untersagt ist. Grundsätzlich ist auch Autofahren erlaubt. Allerdings ist bei einigen Medikamenten Vorsicht geboten. Meist stehen konkrete Hinweise zur Fahrtauglichkeit in der Packungsbeilage.

Reisen während der Erkrankung?

Haben Sie eine Reise geplant und Ihre Krankschreibung fällt genau in den Zeitraum der Reise, halten Sie vorab mit Ihrem Arbeitgeber bzw. bei längerer Erkrankung über 6 Wochen mit Ihrer Krankenkasse Rücksprache. Hierfür bedarf es grundsätzlich einer Genehmigung durch den Arbeitgeber. Ihre persönliche Reisefähigkeit wird natürlich vorausgesetzt. Haben Sie beispielsweise einen Besuch ans Meer geplant, ist dies bei Atemwegserkrankungen sogar förderlich.

Eine Flugreise in den Süden sollten Sie bei Rückenbeschwerden allerdings lieber verschieben.

Was ist bei psychosomatischen Erkrankungen wie Burnout?

Gerade bei dieser Art der Diagnosen ist es für Aussenstehende nur schwer nachzuvollziehen, was im Rahmen des Möglichen ist. Psychosomatische Erkrankungen haben meist eine längere Krankenzeit zur Folge und man sieht den betroffenen Personen die Krankheit auf den ersten Blick auch gar nicht. Hier sollten Sie als Erkrankter selbst am besten einschätzen können, was Ihnen gut tut. Oft ist der Kontakt zur Gesellschaft wichtig, um sich nicht gänzlich in sein Schneckenhaus zu vergraben. Allerdings gehören ausschweifende Party sicher nicht dazu.

Sind Sie nicht sicher, ob bestimmte Tätigkeiten möglich und erlaubt sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Dieser kann anhand der Diagnose Empfehlungen aussprechen, z.B. auch im Hinblick auf sportliche Aktivitäten. Haben Sie Rückenschmerzen und bekommen dafür Krankengymnastik verordnet, ist das kein genereller Freibrief für Sport. Wenn Sie aufgrund von Diabetis und Übergewicht arbeitsunfähig geschrieben sind, wird Ihnen der Arzt leichte sportliche Bewegungen wie beim walken oder schwimmen sogar ans Herz legen.

Ich fühle mich schneller besser als angegeben..

Ihre Genesung ist besser vorangeschritten als erwartet und Sie möchten schnellstmöglich das Liegengebliebene am Arbeitsplatz abarbeiten. Das wird Ihren Arbeitgeber freuen. Die Krankenkasse sollte über diesen Sachverhalt in Kenntnis gesetzt werden, bisweilen erwartet sie eine Korrektur des Krankenscheins. Gehen Sie aber bitte nicht eher wieder zur Arbeit, weil so viel zu tun ist. Es gibt kaum etwas Schlimmeres als sich krank zur Arbeit zu schleppen. Damit könnten Sie Kollegen anstecken und selbst schnell einen Rückfall erleiden.

„Erwischt“ – was nun?

Hat Ihr Arbeitgeber mitbekommen, dass Sie den gelben Schein für mehr Aktivitäten genutzt haben als für die Genesung förderlich ist, müssen Sie mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Im günstigsten Fall erhalten Sie eine Abmahnung, im ungünstigsten Fall eine fristlose Kündigung.

Lassen Sie sich krankschreiben, wenn es nötig ist und nutzen Sie die Zeit, schnellstmöglich zu gesunden.…